Über mich


Herzlich willkommen, ich freue mich, dass du den Weg zu mir gefunden hast! Zuerst möchte ich mich kurz vorstellen: Mein Name ist David. Äußerlich bin ich ein Durchschnittstyp wie jeder andere auch, innerlich lebe ich seit vielen Jahren mit Depressionen.

Noch lange nach der Diagnose meiner schweren Depressionen hat niemand in meinem Umfeld davon gewusst. Das lag zum einen daran, dass ich selbst oft nicht wusste, was mit mir los ist. Und dann dauerte es noch Jahre, bis ich die Depressionen als wirkliche Krankheit akzeptieren konnte. Als eine Krankheit die man haben „darf“, die mich nicht zu einem schlechteren Menschen macht und die genauso ernst zu nehmen ist wie ein körperliches Leiden.

Unter Depressionen zu leiden führte bald dazu, dass ich kein Selbstwertgefühl mehr hatte. Jeden Morgen lag ich in meinem Bett und überlegte, ob ich aufstehen soll und wie ich die Herausforderungen des Tages meistern sollte. Alles erschien mir wir ein riesiger Berg und jede Herausforderung, ob beruflich oder privat, brachte mich zur Verzweiflung. Ich fühlte mich ohne Ende reizbar und litt auch regelmäßig unter Schlaflosigkeit, da ich mich schon am Abend verzweifelt fragte, wie ich den nächsten Tag schaffen sollte. Verwirrung und Angst bestimmten mein Leben.

Ich war darauf angewiesen, dass jeder gut von mir dachte. Und doch fühlte ich oft das Gegenteil, dass jeder mich für einen Versager hielt. Für jede Missstimmung jeden Fehler, auch die Fehler anderer, fühlte ich mich schuldig. Das führte dazu, dass meine sozialen Kontakte brachlagen und ich kaum mehr aus dem Haus ging. Ich hatte weder Lust jemanden zu sehen, noch mich auf andere Menschen einzulassen, ich sah meine Bestimmung in der absoluten Isolierung. Bald fühlte ich mich so wertlos und meine Gefühle gingen über eine normale Traurigkeit hinaus, so dass ich merkte, dass etwas mit mir nicht stimmen konnte. Doch der Weg bis heute war lang, steinig und von Rückschlägen geprägt.

Nach der Diagnose meiner Depression fühlte ich mich erleichtert und befreit. Dennoch stellte ich erneut Unsicherheit ein, denn mir war nicht klar, ob ich mich outen sollte und wie mein Umfeld reagieren würde. Nach ersten Zweifeln begann ich die Problematik gezielt anzugehen. Ein weiterer Schritt auf diesem Weg ist mein Blog depressionsfrei.net. An die Öffentlichkeit zu gehen hilft mir, meine Krankheit zu akzeptieren und weiterhin an mir zu arbeiten. Ich will meine Störung nicht mehr die Oberhand gewinnen lassen über meinen Alltag und mein Leben. Der Schritt dazu mich zu öffnen hilft mir, mich selbst wieder mehr anzuerkennen.

Nichts ist für mich befriedigender als andere Betroffenen an meinen Erfahrungen teilhaben zu lassen. Denn über meine Selbsterkenntnis hinaus möchte ich anderen helfen. Von der Diagnose, über die Therapie, bis dahin wie man in seinem privaten und im öffentlichen Umfeld mit Depressionen umgeht und damit leben kann. Eine Depression ist eine schlimme Krankheit, aber sie ist grundsätzlich immer heilbar.