Darmsanierung gegen Depressionen

Laut der „Traditionellen Chinesischen Medizin“ (TCM-Medizin) sitzt im Darm das Zentrum der Gesundheit. Dies bezieht sich aber nicht nur auf die körperliche Gesundheit, sondern auch auf die geistige Gesundheit. Sind die Bakterien im Darm im Ungleichgewicht, sind auch Depressionen keine Seltenheit. Durch eine Darmsanierung kann der Darm wieder ins Gleichgewicht gebracht werden.

 

Wissenswertes zum Darm

Der menschliche Darm wird im Durchschnitt von rund 700 Gramm Keimen besiedelt. Vergleichsweise besitzen Menschen somit weniger Körperzellen als Darmkeime. Die Oberfläche des Darmes, auf der die Keime leben, ist etwa 300 Quadratmeter groß. Mithilfe der lebenden Darmflora können Nahrungsmittelbestandteile nach der Verdauung im Darm resorbiert werden. Ohne eine gesunde Darmflora findet keine Vitaminsynthese statt, keine Immunmodulation und auch keine Synthese von Neurotransmittern (z. B. Serotonin). Damit sich keine krankheitserregenden Keime im Darm ansiedeln können, bildet die Darmflora eine Art Schutzwall gegen diese. Im mukosalen Lymphgewebe in der Darmschleimhaut findet sich zudem ein großer Teil des Immunsystems. Der Darm beheimatet nicht nur Unmengen von Keimen, sondern auch das Darmnervensystem (enterales Nervensystem), das neben dem zentralen Nervensystem und dem vegetativen Nervensystem zu den drei Nervensystemen des menschlichen Organismus gehört. Mithilfe von biogenen Aminen, Fettsäuren und Peptiden kommunizieren diese drei Nervensysteme miteinander. Die Kommunikation läuft über den Vagusnerv.

Die Kommunikation der drei Nervensysteme kann nur zuverlässig funktionieren, wenn der Darm gesund ist. Sobald der Darm erkrankt und die Darmflora, das Darmimmunsystem oder die Darmschleimhaut gestört sind, kommt es auch bei der Verständigung zwischen den drei Nervensystemen zu Störungen.

 

Was der Darm mit der Psyche zu tun hat

Eine gesunde Darmflora (milchsäurebildend) mindert die Cortisolausschüttung auf ein gesundes Maß, sodass ein Serotoninmangel verhindert werden kann. Sobald die Darmflora ins Ungleichgewicht kommt, steigt die Cortisolausschüttung und die Serotoninausschüttung wird gemindert. Eine Depression kann beginnen, wenn die wichtigen Glückshormone im Alltag fehlen und die Stimmung „gedrückt“ wird. Kaum ein Mensch kommt auf den Zusammenhang zwischen Ernährung, gesundem Darm und ausreichend viel Serotonin. Aufgrund der gedrückten Stimmung werden depressive Menschen immer teilnahmsloser und kümmern sich immer weniger um eine ausreichende und gesunde Ernährung. Ein Teufelskreis beginnt, der nur schwer wieder durchbrochen werden kann. Das mikroökologische Gleichgewicht des Darms gerät somit immer weiter ins Ungleichgewicht.

Bevor Betroffene wirklich eine depressive Stimmung wahrnehmen, kommt es zumeist erst einmal zu einem Reizdarm-Syndrom. Der Darm ist derart im Ungleichgewicht, dass er zwischen Durchfall und Verstopfung hin und her schwankt. Erkrankte trauen sich kaum mehr aus dem Haus. Sie leiden unter Bauchkrämpfen und Blähungen. Die Unsicherheit, wann der nächste Durchfallschub oder der nächste Bauchkrampf kommt, lässt sie schier am Alltag verzweifeln. Durch den Serotoninmangel kommen häufig noch Angstzustände hinzu. Deren Folge sind nicht nur depressive Verstimmungen, sondern auch Schlafstörungen und Aggressionen. Der Organismus reagiert zusätzlich noch mit Essstörungen, die ein Entkommen aus dem Teufelskreis fast unmöglich machen. Damit der Körper wieder seinen eigenen Rhythmus findet, kann nur noch eine Darmsanierung helfen. Die Entzündungen, die sich mittlerweile im Darm gebildet haben, weil der Schutzwall der „guten“ Darmbakterien nicht mehr funktioniert und die Verdauung nicht mehr regelmäßig verläuft, werden durch eine Darmsanierung ebenfalls ausgeheilt.

 

Kann man merken, wenn der Darm im Ungleichgewicht ist?

Sobald die Darmschleimhaut im Ungleichgewicht ist, sendet der Körper Warnsignale aus, die niemand überhören sollte. Sobald folgende Signale erkennbar sind, ist der Gang zum Arzt oder Heilpraktiker notwendig:

  • Konzentrationsschwierigkeiten
  • Panik
  • Angstzustände
  • innere Unruhe
  • Blähungen
  • Verstopfung
  • Aggressionen
  • Durchfall
  • Bauchschmerzen
  • Zittern
  • Kältegefühl im Inneren
  • flacher Atem
  • Muskelanspannungen
  • Müdigkeit in Kombination mit Schlafproblemen
  • immer häufiger auftretende Empfindlichkeiten gegen verschiedenste Nahrungsmittel

Die körperlichen Beschwerden verschlimmern sich, wenn der Stress ansteigt, werden aber durch Entlastung gelindert. Das Ungleichgewicht der Darmflora bietet zudem Pilzen einen passenden Nährgrund. Haben sich erst einmal Candidapilze im Darm entwickelt, kann nur noch eine Darmsanierung helfen, weil die Darmflora wieder von Grund auf neu aufgebaut werden muss.

 

Welche Lebensmittel fördern eine gesunde Darmflora?

Eine gesunde Darmflora wird von Lebensmitteln gefördert, die reich an Ballaststoffen, Probiotika und Milchsäurebakterien sind. Folgende Lebensmittel sind daher empfehlenswert, wenn die gesunde Darmflora gefördert werden soll:

  • probiotische Naturjoghurts (ohne Zucker)
  • frisches, unerhitztes Sauerkraut (im Fachhandel lose kaufe oder selber einlegen)
  • frischer Ingwer als Würze oder für die Zubereitung von Ingwertee
  • Kurkuma
  • Buttermilch
  • Kefir, selbst gemacht, aus einem Kefirpilz (handelsüblicher Kefir ist nicht probiotisch und wird auch nicht mit einem Kefirpilz hergestellt)
  • glutenhaltige Nahrung (Weißmehlprodukte) bestenfalls durch Pseudogetreide ersetzen (Hirse, Amaranth, Quinoa, Buchweizen etc.)
  • Apfel
  • Artischokken
  • Chiasamen
  • Leinsamen
  • Flohsamen
  • Bentonit
  • viel kohlensäurefreies Wasser trinken
  • Ananas
  • Fenchel
  • Oregano
  • Grünkohl
  • Papaya
  • Löwenzahn
  • Dill
  • Pastinake
  • Kümmel, Koriander, Anis
  • Kapuzinerkresse
  • faserreiches Gemüse

Nicht nur die Ernährung steigert die Darmgesundheit, sondern auch ausreichend häufige Bewegung. Spaziergänge in der Sonne bieten zudem noch den Vorteil, dass der Organismus das wichtige Vitamin D herstellen kann, das sich ebenfalls positiv auf die Gefühlslage auswirkt.

 

Was schädigt die Darmflora?

Die Darmflora wird vor allem von industriell verarbeiteten Lebensmitteln geschädigt, die Konservierungsstoffe enthalten. Folge Lebensmittel und Getränke schädigen die Darmflora ebenfalls:

  • Zucker
  • Weißmehlprodukte
  • Kaffee
  • schwarzer Tee
  • scharf angebratene und frittierte Lebensmittel
  • Antibiotika
  • Alkohol
  • Nikotin

Hinzu kommen noch unregelmäßige Essenszeiten, Stress und kohlensäurehaltige Getränke.

 

Wie kann der Darm saniert werden?

Darmreinigungen und Darmsanierungen werden immer öfter in Arztpraxen, Kliniken oder bei Heilpraktikern durchgeführt. Wer sich ganz sicher sein möchte, dass bei einer Darmsanierung keine Fehler unterlaufen, sollte sich daher an den Fachmann wenden und eine Darmsanierung unter ärztlicher Aufsicht durchführen lassen. Mithilfe von Stuhlproben, die labortechnisch analysiert werden, können Ärzte bereits vor einer geplanten Darmsanierung herausfinden, welche Keime, Bakterien und Hefen in der Darmflora vorhanden sind, und welche fehlen. Somit kann die Neubesiedelung der Darmflora ganz gezielt geplant werden.

Eine kontrollierte Darmsanierung ist für depressive Menschen empfehlenswerter als eine Darmsanierung in Eigenregie, vor allem, wenn das notwendige Fachwissen fehlt, ebenso wie das Durchhaltevermögen (krankheitsbedingt).

Bentonit, eine Art Heilerde, spielt bei einer Darmsanierung eine große Rolle. Sie versorgt den Körper nicht nur mit wichtigen Mineralstoffen, sie bindet auch die Gifte, die bei der Darmsanierung dem Körper entlockt werden, und scheidet sie wieder aus. Darmbakterien, die die Darmflora wieder aufbauen, können gezielt, bis zu vier Wochen lang, eingenommen werden. Damit die Entgiftung des Darms, verbunden mit der Einnahme von Darmbakterien erfolgreich sein kann, muss die Ernährung den neuen Bedürfnissen angepasst werden. Depressive Menschen sind mit dieser Aufgabe schnell überfordert, daher sollten sie bei einer geplanten Darmsanierung immer begleitet werden. Bei der fachkundigen Auswahl der Darmbakterien, die oral eingenommen werden, sollte bestenfalls der behandelnde Arzt zurate gezogen werden. Eine Stuhlanalyse kann wichtige Hinweise bieten. Selbst, wenn die Krankenkasse die Kosten für eine Stuhlanalyse nicht übernehmen sollte, lohnt sich diese Investition.

Flohsamenschalenpulver, ein natürlicher Quellstoff, ist ebenfalls eine wichtige Komponente, die bei einer Darmsanierung nicht vergessen werden sollen. Die Flohsamenschalen werden mit Wasser aufgemischt und schnell getrunken, bevor sie komplett aufgequollen sind und zu einem Brei werden. Im Magen- / Darmbereich quellen sie dann komplett auf und reinigen den Darm sehr sanft mechanisch. Sie lösen und lockern im Verdauungssystem festsitzende Ablagerungen.

Das nachfolgend eingenommene Bentonit bindet dann die Schlacken und Giftstoffe, die sich durch das Flohsamenschalenpulver gelöst haben.

Nachfolgend werden die bereits erwähnten Pobiotika zum gezielten Aufbau der Darmflora, eingenommen.

Wie schnell eine Darmsanierung durchgeführt werden soll, kann jeder selber entscheiden. Sie kann bereits nach 10 Tagen abgeschlossen sein, aber auch 4 Wochen dauern. Die Nahrungsumstellung, verbunden mit einer Darmreinigung sollte keinesfalls stressig sein. Wer eine Darmreinigung durchführt, sollte seine eigene Geschwindigkeit dabei finden, damit keine zusätzliche Belastung geschaffen wird.

Während einer Darmreinigung sind folgende Zusatzkomponenten empfehlenswert, weil sie das Wohlbefinden steigern:

  • die Einnahme von Mineralstoffen und Spurenelementen (z. B. natürliches Magnesium und Calcium aus der Sango Meeres Koralle)
  • natürliches Silizium
  • gemahlene Papayakerne gegen Parasitenbefall
  • Chlorella- und Spirulinaalgen für eine gesteigerte Entgiftung
  • Grapefruitkernextrakt, gegen unerwünschte Bakterien und Pilze
  • Smoothies aus frischem, faserreichen Gemüse, am besten mit einer Zugabe von Gerstengras

Im Handel und in den Apotheken können alle Präparate, die für eine Darmsanierung wichtig sind, gekauft werden. Alle Produkte gibt es in Kapsel- und Pulverform. Die meisten Menschen bevorzugen die fertigen Kapseln, weil Bentonit, Algen etc. nicht gerade schmackhaft sind.

Folgende Ernährungsweisen unterstützen eine Darmsanierung effektiv:

  • der Verzicht auf säurebildende und industriell verarbeitete Lebensmittel
  • Weißmehlprodukte, Zucker und zuckerhaltige Getränke vom Speiseplan streichen
  • auf den Verzehr von Wurst und Wurstprodukten verzichten
  • Fisch, Fleisch oder Sojaprodukte möglichst nur 2 x pro Woche verzehren
  • Milchprodukte sind schleimbildend, daher sollte während der Darmreinigung weder, Joghurt, noch Milch, Quark oder Käse gegessen werden, Butter ist erlaubt
  • Verzicht von Alkohol
  • eingeschränkter Kaffeekonsum (säurebildend) bestenfalls eine Tasse Kaffee pro Tag, ohne Milch
  • gesteigerter Verzehr von frischem Gemüse in allen Varianten
  • Hülsenfrüchte, Pseudogetreide, Obst, Nüsse, Kerne und Mandeln steigern den Entgiftungsprozess
  • Keimlinge (selbst gezogen) mit Salat und hochwertigen kalt gepressten Ölen, runden den Speiseplan ab
  • viel kohlensäurefreies Wasser oder Kräutertee trinken

 

Welche Nebenwirkungen sind bei einer Darmsanierung möglich?

Da bei einer Darmsanierung Gifte (Toxine) und Ablagerungen aus dem Körper freigesetzt werden, kann es immer wieder zu unerwünschten Begleiterscheinungen kommen. Folgende Nebenwirkungen sind bei einer Darmreinigung bekannt:

  • Kopfschmerzen, bis hin zu einer Migräne
  • Blähungen
  • Durchfall
  • Verdauungsprobleme
  • unreine Haut
  • Verstärkung der Beschwerden, die vor der Darmsanierung schon spürbar waren

Die Nebenwirkungen sollten nicht als bedenklich eingestuft werden, weil eine kurzzeitige Verschlechterung vollkommen normal ist. Bessern sich die Beschwerden während einer Darmreinigung nicht, sollte der behandelnde Arzt aufgesucht werden.

 

Mit Entspannungsübungen den Darm beruhigen

Wer mit der Zeit seine Nahrung umstellt und sich ganz bewusst ernährt, kann den Darm noch zusätzlich durch gezielte Entspannungsübungen unterstützen. Die Verdauung kann, mit ein wenig Übung, durch Entspannungsübungen angeregt werden. Regelmäßige Spaziergänge sind ein guter Anfang. Yoga, Qui Gong und Dehnübungen und das Training der Bauchmuskeln wirken sich positiv auf die Darmgesundheit aus. Gesteigert werden diese Übungen noch durch einen angenehmen Duft im Raum und entspannende Musik. Reine ätherische Öle, die in eine Duftlampe getropft werden, können, je nach Auswahl, ebenfalls eine entspannende Wirkung zeigen, manchmal sogar in Kombination mit einer stimmungsaufhellenden Wirkung. Hierfür eignen sich folgende Düfte:

  • Lavendel
  • Mandarine
  • Orange
  • Zitrone
  • Zirbe

 

Fazit:

Depressionen haben nicht selten ihren Ursprung im Darm. Sollten Stimmungsschwankungen mit Verdauungsproblemen, Blähungen, Durchfall oder Verstopfung einhergehen, lohnt es sich durchaus, über eine Darmsanierung nachzudenken. Die Darmsanierung ist nicht nur für Menschen mit Depressionen empfehlenswert, sondern für alle Menschen, die sich und ihrem Körper etwas Gutes tun möchten. Damit die gezielte Entgiftung und Reinigung des Darms, in Kombination mit einem gezielten Aufbau der Darmflora, nicht in Stress ausartet, sollte sich jeder ausreichend Zeit dafür einplanen. Am besten wird eine Darmsanierung im Urlaub geplant, damit eventuelle Nebenwirkungen sich nicht negativ auf den stressigen Alltag auswirken.

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One thought on “Darmsanierung gegen Depressionen

  1. Hallo David. Ich bin froh das du mit den Depressionen überhaupt auf das Thema Darmsanierung gestoßen bist. Ich bin mir sicher das für viele Menschen eine Darmsanierung der Weg aus den Depressionen sein kann oder zumindest schon mal der erste Schritt in die richtige Richtung. Nach einer Darmsanierung muss nämlich die Ernährung unbedingt beibehalten werden damit die Darmflora auch im Gleichgewicht bleibt. Danke für deine ausführliche Auflistung, ich bin mir sicher das du vielen Menschen damit geholfen hast und auch in Zukunft noch helfen wirst.

    Grüße

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