Aminosäuren – Natürliche Hilfe bei Depression, Burnout und Angststörungen

Depressionen haben sich zu einer Volkskrankheit entwickelt, die weltweit auftritt. Die Zahl der Erkrankungen steigt stetig an. Sollte die Entwicklung weiterhin so voranschreiten wie bisher, entwickeln sich bis zum Jahr 2020 Depressionen zur zweithäufigsten Erkrankung. Herz-Kreislauf-Erkrankungen stehen an erster Stelle. 

 

Frauen erkranken doppelt so häufig an Depressionen wie Männer

Immer mehr Ärzte gehen dazu über, dass sie vor einer Depressionsdiagnose und dem Beginn einer Therapie eine Blutanalyse bei den Patienten durchführen. Dabei stellte sich heraus, dass bei vielen Patienten, die unter den Symptomen einer Depression leiden, spezielle Aminosäuren im Blut gemindert vorkommen.Folgende Beschwerden können ein Anzeichen für eine Depression sein:

  • schlechte Laune
  • gedrückte, deprimierte Stimmung
  • andauernde Müdigkeit
  • Spannungsschmerzen
Treten die genannten Symptome nur hin und wieder, aber nicht andauernd auf, liegt noch keine Depression vor. Wenn die folgenden, weiteren Anzeichen hinzukommen, ist ein Gang zum Arzt ratsam:
  • Schlafstörungen
  • Antriebslosigkeit
  • Kommunikations- und Interessenverlust
  • Innere Unruhe
  • soziale Abgrenzung
  • eine lang andauernde gedrückte Stimmung
  • Schuldgefühle
  • Minderwertigkeitskomplexe
  • Hoffnungslosigkeit
  • Angststörungen
  • Reizbarkeit
  • Gefühlsarmut
  • Konzentrationsstörungen
  • verstärkte Infektionsanfälligkeit
  • Gewichtszunahme oder ungewünschte Gewichtsreduktion
  • Schmerzempfindlichkeit
  • Müdigkeit
  • Kopfschmerzen
  • eine Störung des Essverhaltens

Der Zusammenhang von Depressionen und Aminosäuren

An den Psychiatrischen Universitäts-Kliniken Basel verfassten Prof. Pöldinger und Kollegen im Jahr 1991 eine Studie zu ihren wissenschaftlichen Untersuchungen der Therapiemöglichkeiten mit ausgewählten Aminosäuren bei Depressionen. Fehlen die natürlichen Körper-Bausteine (die Werte werden mithilfe von Blutuntersuchungen herausgefunden), steigt die Gefahr einer Depression. Somit können laut Prof. Pöldinger und Kollegen Depressionen auch therapiert und gelindert werden, wenn die fehlenden Aminosäuren dem Organismus über die Nahrung oder durch Nahrungsergänzungsmittel, dem Organismus zugeführt werden.

Dieses Wissen, das Aminosäuren auch als Antidepressivum verwendet werden können, sprach sich schnell herum. Seit Veröffentlichung der Studie von Prof. Pöldinger und Kollegen werden Aminosäuren nicht nur im deutschsprachigen Raum zur Linderung von Depressionen verwendet, sondern weltweit. Depressionen entstehen bei:

  • Mangel- oder Fehlernährungen
  • Stress
  • Erkrankungen, durch die ein vermehrter Bedarf an Vitaminen, Mineralien, Spurenelementen und Aminosäuren entstehen

 

Bei welchen Aminosäuren kann ein Mangel bei Depressionen auftreten?

Tryptophan / 5-HTP:

Die Aminosäure Tryptophan ist die Vorstufe der Aminosäure 5-HTP und ist für den menschlichen Organismus von entscheidender Wichtigkeit, damit Serotonin, das auch als Glückshormon bezeichnet wird, vom Körper selber gebildet werden kann. Die Aminosäure Tryptophan ist in der Lage, die Blut-Hirn-Schranke zu überwinden.

Phenylalanin und Tyrosin:

Damit dem Organismus die Synthese von Dopamin, Noradrenalin und Adrenalin gelingt, benötigt der Körper Phenylalanin und Tyrosin.

 

GABA:

GABA ist ein Stoffwechselprodukt, das auf den Organismus beruhigend wirkt. Es kann nur gebildet werden, wenn der Organismus ausreichend viel Glutamin zur Verfügung hat.

 

Glycin und Serin:

Für eine ausgeglichene Psyche werden die Aminosäuren Glycin und Serin benötigt.

 

Warum kommt es zu einem Mangel an Aminosäuren?

Menschen, die beruflich oder privat unter Stress stehen, sind oft nicht mehr in der Lage, selber zu kochen. Ihnen fehlt nicht nur die Zeit, sondern auch die Lust dazu. Sobald eine leichte Depression beginnt, nimmt der Appetit oft noch mehr ab. Auf der anderen Seite steigt der Bedarf an Aminosäuren, Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen. Es wird daher immer schwieriger, das ernährungsbedingte Ungleichgewicht mit normaler Nahrung wieder auszugleichen. Ein Arztbesuch wird dann unerlässlich, weil die meisten Erkrankten keine Möglichkeit mehr haben, selber aus dem Kreislauf der Depression herauszufinden. Wichtig ist aber, dass Menschen mit Depressionen wissen, welche Lebensmittel einen weiteren Mangel an Aminosäuren, Vitaminen, Mineralien und Spurenelementen verhindern können.

Eine ausgewogene Ernährung ist wichtig

Bei einer ausgewogenen Ernährung kommt es nicht darauf an, dass die Sättigung erreicht wird. Die Auswahl und Zusammenstellung der Lebensmittel ist entscheidend.In folgenden Lebensmitteln sind Aminosäuren enthalten:

  • Amaranth
  • Quinoa
  • Hirse
  • Buchweizen
  • Eier
  • Milch
  • Sojabohnen
  • Mandeln
  • Käse
  • Pilze
  • Linsen
  • Nüsse
  • Kürbiskerne
  • Hafer
  • Erdnüsse
  • Weizenkeime
  • Sonnenblumenkerne
  • Bohnen

Der Einfachheit halber können Aminosäuren auch leicht in Form von Kapseln oder Tabletten als Nahrungsergänzungsmittel eingenommen werden.

 

Licht und Bewegung steigern den Appetit auf gesunde Lebensmittel

Wer depressiv ist, möchte an manchen Tagen das Haus gar nicht verlassen. Sobald Licht (wichtig zur Bildung von Vitamin D) und Bewegung fehlen, lässt auch der Appetit nach. Um wieder Appetit auf gesunde Lebensmittel zu bekommen, ist Bewegung unerlässlich. Mindestens ein Spaziergang am Tag kann dabei hilfreich sein.

 

Tryptophan wirkt wie ein Antidepressivum

Prof. Pöldinger und Kollegen bewiesen, dass unter der Gabe von Tryptophan die Schwere der Depressionen seiner Patienten nachließ und die Aminosäure wie ein Antidepressivum (Fluxovamine) auf sie wirkte. Wirkliche Therapieerfolge konnten bereits zu Anfang der Therapie verzeichnet werden. Die Beschwerden verbesserten sich im Verlauf der Therapie immer mehr.

 

Klinische Studien zur Aminosäure-Therapie bei Depressionen

Mittlerweile wurden mehr als 100 klinische Studien zur Aminosäure-Therapie gegen Depressionen durchgeführt. Die durchführenden Wissenschaftler machten es sich nicht leicht. Kritisch hinterfragten sie die Wirkung. Weitere klinische Studien sind geplant, damit die beobachteten Effekte deutlich nachgewiesen werden können.

 

Eiweißmangel bedeutet Stress für die Psyche

Der menschliche Organismus besteht aus Eiweiß. Das Hämoglobin, das im Blut Sauerstoff transportiert, ebenfalls. Sobald ein Eiweißmangel entsteht, kommt es im Körper (bei Menschen, wie auch bei Tieren) zu einem Sauerstoffmangel. Es werden nicht nur lebenswichtige Organe unzureichend mit Sauerstoff versorgt, sondern auch das Gehirn.

Genauso wichtig, wie für den Sauerstofftransport im Blut ist Eiweiß für die Psyche. Daher werden von 8 essentiellen Aminosäuren 3 Aminosäuren als psychotroph bezeichnet. Sie werden ausschließlich für das Gehirn benötigt. Sobald ein Mangel an den Aminosäuren im Gehirn besteht, können Noradrenalin, Adrenalin, Dopamin und Serotonin nicht mehr in ausreichender Menge gebildet werden. Der Organismus reagiert wie folgt:

  • Antriebsschwäche
  • Konzentrationsmangel
  • Angst

 

Wann ein Mangel an Aminosäuren zu befürchten ist

Schwangere und stillende Mütter benötigen mehr Aminosäuren als andere Frauen. Zuerst wird in der Schwangerschaft der Embryo aus den Eiweißbausteinen der Mutter gebildet. Nach der Geburt wird das Baby mit der eiweißreichen Muttermilch ernährt. Schafft es eine schwangere oder stillende Frau nicht, ausreichend viele Aminosäuren über die Nahrung zu sich zu nehmen, wird sie depressiv. Es kann dann zu den bekannten Wochenbettdepressionen kommen.

Wer bei der Arbeit oder im Privatleben häufig unter Stress steht, verbraucht ebenfalls mehr Eiweiß als Menschen, die entspannter durchs Leben gehen. Die wichtigen Aminosäuren, die die Psyche in der Balance halten sollen, werden beim Stresstoffwechsel zu Energie verbrannt. Sie stehen dem Gehirn dann nicht mehr für die eigentlichen Aufgaben zur Verfügung. Serotonin, Dopamin, Adrenalin und Noradrenalin können dann nur noch begrenzt oder gar nicht gebildet werden.

Menschen, die sich nicht ausreichend bewegen, haben es schwer, dass das Tryptophan aus der Nahrung bis ins Gehirn gelangt, obwohl es in der Lage ist, die Blut-Hirnschranke zu überwinden. Es ist von entscheidender Wichtigkeit, dass das Tryptophan direkt in das Gehirn gelangt, weil das notwendige Serotonin im Gehirn gebildet werden muss, weil es nicht in der Lage ist, die Blut-Hirnschranke zu überwinden. Starke Bewegung, Gartenarbeit und schweißtreibender Sport unterstützen das Tryptophan auf dem Weg ins Gehirn.

 

Wichtige Botenstoffe und Hormone können nicht eingenommen werden

Serotonin, Dopamin, Adrenalin und Noradrenalin können bei einem Mangel nicht einfach in kapselform eingenommen werden. Der Organismus bildet diese Hormone und Botenstoffe selber. Es muss daher dafür gesorgt werden, dass die essentiellen Aminosäuren, die für die Bildung benötigt werden, in ausreichender Menge im Organismus vorhanden sind. Da die Blut-Hirnschranke von den eingenommenen Nahrungsergänzungsmitteln nicht überwunden werden können, gelangen diese gar nicht erst ins Gehirn.

 

Serotonin ist nicht nur für die Psyche wichtig

Besteht ein Mangel an Tryptophan, kann nicht ausreichend viel Serotonin gebildet werden. Die psychische Verfassung verschlechtert sich dann spürbar, aber auch das Herz- / Kreislauf-System und die Verdauung verlaufen dann nicht mehr geregelt. Das Schmerzempfinden verändert sich und der Augeninnendruck ist auch nicht mehr so, wie er sein sollte, wenn ein Serotoninmangel besteht. Diese zusätzlichen Beschwerden steigern den körperlichen Stress beim Menschen, sodass noch mehr lebenswichtige Aminosäuren (auch Tryptophan) im Gehirn zu Energie verbrannt werden. Ein Teufelskreis beginnt.

Den größten beruflichen Erfolg haben Menschen, die freundlich und ausgeglichen sind. Menschen, die unter Existenz- oder Erfolgsängsten leben, empfinden Stress. Sie sind aufgrund eines Serotoninmangels nicht mehr in der Lage, wirklich freundlich und mitfühlend zu ihren Mitmenschen sein zu können. Durch beginnende Misserfolge im Berufs- und Privatleben steigt der persönliche Stress noch mehr an. Eine Depression ist in vielen Fällen vorprogrammiert.

 

Seelisches Wohlbefinden trägt zu einem ausgeglichenen Serotoninspiegel bei

Wer einen Mangel an essentiellen Aminosäuren befürchtet, sollte daher nicht nur ausgewogen und regelmäßig essen, sondern auch für ein seelisches Wohlbefinden sorgen. Wer sich häufig bewusst entspannt, mindert nicht nur den Stress. Es werden auch körperliche Reserven aktiviert, die für einen gesunden Appetit sorgen und die körperliche und geistige Entspannung ermöglichen.

 

Serotonin und Tryptophan als Nahrungsergänzung

Serotonin und Tryptophan sind als Nahrungsergänzungsmittel frei verkäuflich. Die Selbsttherapie mit Botenstoffen und Aminosäuren ist nicht ganz einfach. Wer Aminosäuren zu hoch dosiert, wird nicht ruhig, sondern aggressiv. Die Nebenwirkungen der Eigentherapien sind für Laien nicht immer ersichtlich. Der Sinn der Einnahme von reinem Serotonin als Nahrungsergänzungsmittel ist zweifelhaft. Serotonin kann im Gegensatz zum Tryptophan die Blut-Hirnschranke nicht überwinden. Ärztlicher Rat ist angebracht. Vor allem dann, wenn bereits eine diagnostizierte Depression vorliegt.

 

Entspannungsübungen für den Erhalt essentieller Aminosäuren im Gehirn

Durch Yoga, Tai Chi oder Chi Gong können sich viele Menschen so entspannen, dass auch an anstrengenden Tagen Stress keine Chance hat. Wer frühzeitig bewusst lernt sich zu entspannen, baut damit Depressionen vor. Da ein Mangel an Aminosäuren nicht nur unangenehme Auswirkungen auf die Psyche, sondern auf den gesamten Organismus hat, kann mit der Entspannung nicht früh genug begonnen werden. Die Vorsorge ist in dem Fall wesentlich einfacher als die Nachsorge. Hat sich erst einmal eine Depression entwickelt, ist der eigene Antrieb für Veränderungen oft zu schwach.

Mit einer veränderten Lebenseinstellung ändert häufig auch der Bezug zur Nahrungsaufnahme. Das ganze Leben wird bewusster gestaltet, wenn der Stress nicht mehr die Oberhand hat. Es ist ein langer Weg aus einer Depression heraus. Er kann auf unterschiedlichen Arten beschritten werden. Der beste Weg ist aber, alles zu unternehmen, dass erst gar keine Depression entsteht.

 

Die optimale Nahrungszubereitung für die Erhaltung von essentiellen Aminosäuren

Um einen möglichst hohen Anteil an essentiellen Aminosäuren über die Nahrung aufnehmen zu können, sollten die Lebensmittel kau,, oder so kurz wie möglich erhitzt werden. Smoothies und Rohkost sind eine gute Alternative, weil bei diesen Zubereitungen auch mehr Vitamine enthalten sind, als bei gekochter Kost. Damit die Nahrung voll verwertet werden kann, sollten über den Tag verteilt mehrere kleine Portionen verzehrt werden. Wer keine Smoothies zubereitet, muss die Nahrung lange kauen. Nur aus einem gut zerkauten Speisebrei können während der Verdauung die wichtigen Inhaltsstoffe zu einem großen Teil extrahiert werden. Ein Verdauungsspaziergang ist empfehlenswert. Obwohl Aminosäuren zu den Eiweißbaustoffen gehören, verhindert eine zu eiweißhaltige Nahrung die Serotoninbildung. Reines Eiweiß (z. B. im Fleisch) und Milchprodukte sind daher nur wohldosiert in den Speiseplan einzubauen. Der Transport von Tryptophan ins Gehirn wird ansonsten durch das Eiweiß eingeschränkt. Industriell verarbeitete Lebensmittel sind arm an essentiellen Aminosäuren. Ein Mangel an Aminosäuren wird verhindert, wenn die Nahrung aus hochwertigen Grundnahrungsmitteln (viel Gemüse) täglich selber frisch zubereitet wird.

 

Ein grüner Smoothie erleichtert die Serotoninbildung

Da das lange und gründliche Kauen von fast rohem Gemüse zeitaufwendig ist, muss entweder viel Zeit für die Mahlzeiten eingeplant, oder ein Smoothie zubereitet werden. Im Gegensatz zu einem rohköstlichen Saft aus dem Entsafter sind in einem Smoothie noch alle Pflanzenfasern enthalten. Es sind neben dem Tryptophan auch noch Zink, Omega-3-Fettsäuren, die Vitamine C und B6, Mangan und Magnesium enthalten, die ebenfalls für die Bildung von Serotonin benötigt werden. Pflaumen, Preiselbeeren, Wildheidelbeeren, Cranberrys, Pfirsiche und Kiwis enthalten zwar nicht viel Tryptophan, begünstigen aber die Tryptophanbildungen im Magen-Darm-Trakt. Sie können daher bedenkenlos einem Smoothie aus Gemüse zugefügt werden.

 

Kaffee nur sparsam trinken

Kaffee ist eine Verlockung, bremst aber die Serotoninbildung. Vor allem mit Milch, die ebenfalls die Serotoninbildung mindert, sollte der Kaffee nur sehr sparsam genossen werden.

 

Fazit:

Viele Aminosäuren sind körpereigene Antidepressiva und die Wirkung lässt sich ohne große Nebenwirkungen leicht selbst ausprobieren.

Für mich persönlich waren insbesondere die Aminosäuren 5-HTP und GABA in Form von Nahrungsergänzungsmitteln Meilensteine bei der Heilung meiner Depression.

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